Theater TKO Köln

Drahtseilakt

Ein Projekt von Nada Kokotovic und Nedjo Osman
nach dem Essay „Kultur der Lüge” von Dubravka Ugresic

 
05.04.2002
Arkadas Theater Köln

Mit Nada Kokotovic und Nedjo Osman

Mit Unterstützung von: Zeljka Basic-Savic, Vesna Colic, Sabrina Hodzic, Marina Jung, Bisera Ognjanovska, Marinka Radez, Ursula Rütten, Igor Rems, Rolf Steffens

In der Aufführung wird in allen Sprachen Ex-Jugoslawiens gesprochen


Die Ruinen
Was bewachst du? - frage ich den Soldaten.
Nichts. Ruinen.
(D. Ugresic)


Recht auf Unglück
In dieser Geschichte über Bücher und Autoren hebt sich der ex- jugoslawische Schriftsteller durch sein exklusives Recht auf Unglück vom gemeinsamen osteuropäischen Kontext ab. Würden die Zöllner der Kultur sein Gepäck kontrollieren, sie wären über den Inhalt erstaunt. Sein mentales Gepäck besteht aus Traumata. Da ist das Erbe des Zweiten Weltkriegs (ob er ihn nun aus eigenem Erleben oder aus den Erfahrungen anderer kennt); da ist die Erfahrung des Lebens in einem System, das zwischen „Osten” und „Westen” balancierte, die Erfahrung des Sozialismus, die Erfahrung von Nationalismus und Faschismus, die Erfahrung des historischen Vergessens. Da ist auch die glücklichere Erfahrung des multinationalen und multikulturellen Lebens, die Erfahrung kultureller Gemeinschaft. Aus dem Gepäck lugt die Erfahrung eines Soft-Totalitarismus, die Erfahrung einer Diktatur, in der das Leben zumindest erträglich war, und die neue Erfahrung der postkommunistischen Demokratie, in der das Leben kaum noch zu ertragen ist.
(Auszug aus: Kultur der Lüge)

Das 1995 in deutscher Übersetzung erschienene Buch "Kultur der Lüge" von Dubravka Ugresic entstand als Reaktion auf den Zerfall Jugoslawiens, insbesondere auf den Krieg in Kroatien und Bosnien. Die Autorin erteilt darin jeglichem Bezug auf eine nationalistisch definierte Identität eine vehemente Absage, erst recht mit Blick auf eine Standortbestimmung ihrer eigenen Zunft, der Schriftsteller und Intellektuellen. - Mit viel Ironie und Sarkasmus, Wut und Trauer analysiert und kommentiert Ugresic, was außer den atomisierenden machtpolitischen Visionen noch alles zum Ende dieses Staatsmodells beitragen hat: unter anderem führte es zu einer künstlich herbeigeführten Verdrängung bzw. Auslöschung historischer Tatsachen aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein. Das Buch ist ein engagiertes literarisches Dokument über die Suche nach Wahrheit mit Mitteln des ästhetischen Diskurses.

 
 
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