Theater TKO Köln

Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt

nach einem Roman von Gabriel Garcia Marquez

 
16.06.2000
Arkadas Theater Köln

Regie und Bühne: Nedjo Osman,
Choreografie und Kostüme: Nada Kokotovic
Öffentlichkeitsarbeit: Vera Christ, Walter Palm

Es spielen:
Marina Jung, Anna Maria Villafranca Cerwera, Salvatore Caci, Stepan Gantrayan, Kim Goldblatt-Morales, A. Kadir Konuk, Ersan Kök

In der Aufführung wird Deutsch und Kurdisch gesprochen


„Ich war jung und wollte die Republik retten. Seitdem warte ich auf meine Pension. 10 Jahre dauerte es bis das Versprechen eingelöst wurde. 19 Jahre bis das Veteranengesetz verabschiedet wurde. 8 Jahre bis zur Anerkennung des Rechtsanspruchs. 6 Jahre um auf die Warteliste gesetzt zu werden. Das war der letzte Brief, den ich bekommen hab. Seitdem sind 7 Jahre vergangen. Seit 15 Jahren gehe ich Tag um Tag zur Barkasse um danach zu schauen, ob endlich der Bescheid angekommen ist. Auf diesen Brief zu warten, ist meine einzige Zuflucht/Ablenkung, seit meine Volksgenossen tot oder aus dem Dorf vertrieben worden sind. Ich bin ein einsamer Mann geworden, der keine andere Beschäftigung mehr hat, als jeden Freitag auf die Post zu warten.”
(Gabriel Garcia Marquez)

Wenn ich dieses Stück auf das Leben meiner Eltern übertrage, dann finde ich viele Übereinstim-mungen. Meine Eltern leben 75 Jahre in dieser Welt. Sie haben gemeinsam 75 Jahre lang gearbeitet. Seit 15 Jahren leben sie ohne Arbeit. Jetzt haben sie 300 DM monatlich zur Verfügung, 200 DM geben sie für feste Kosten aus; das bedeutet, dass sie sich innerhalb von 75 Jahren Arbeit für 100 DM im Monat Luxus verdient haben. - Meine Eltern beten in letzter Zeit auch zu mir, früher nur zu Gott. Das kommt daher, dass ich ihnen regelmäßig etwas Geld zuschicke für ein wenig Milch und Fleisch. Dieses Beispiel ist nicht einmalig, Millionen Menschen leben so, insbesondere alte Menschen. (Nedjo Osman)


 
 
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